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Magie erlernen - eine Hexenschule in 52 Wochen

Hier kannst Du erfahren, wovon andere Wissende lieber schweigen

Goetia und andere Grimoire – magische Schriften des Mittelalters.

June 4, 2017

Die Goetia wird auch als Lemegeton, bzw. Die kleine Schlüssel Solomons - Lemegeton Clavicula Salomonis bezeichnet – und ist eng mit dem Grimorium Verum inhaltlich verknüpft. Mehr dazu später.

 

Hier nun eine Liste der “schwarzmagischen” Grimorien, die hauptsächlich Dämonenbeschwörungen und Anrufungen von diversen Geistern und Wesenheiten zum Thema haben, chronologisch sortiert.

 

Liber Juratus, auch als Ars Notoria oder das Schwurbuch von Honorius bezeichnet. Das Grimorium wurde in der Mitte des 13 Jahrhunderts verfasst, und wird einem kirchlichen Würdenträger zugeordnet.

 

Höllenzwang, Geisterzwang, bzw. Libellus Magnum entstammt dem frühen 15 Jahrhundert, der Autor ist unbekannt.

 

Conjurationes adversus principem tenebrarum, auch Coniurationes Demonum genannt, wurde im 15 Jahrhundert angeblich vom Papst Honorius dem Dritten verfasst.

 

 

Herpentils Schwarze Magie oder das Buch der stärksten Geister, eröffnend die großen Heimlichkeiten aller Heimlichkeiten wurde Anfang des 16 Jahrhunderts auf Deutsch (und nicht auf Latein, wie viele der Grimorien der damaligen Zeit) veröffentlicht.

 

Das Grimorium Verum (eine inhaltlich wesentlich mehr als die anderen Grimuare Sinn machende Schrift) wurde 1516 veröffentlicht, und ist meiner Meinung nach eines der wenigen wirklich interessanten und wichtigen magischen Schriften des Mittelalters. Insbesondere die zweite Hälfte des Buches ist lesenswert.

 

Das Grand Grimoire bzw. Der Rote Drache stammt angeblich aus dem 16 Jahrhundert, die meisten Forscher halten es jedoch für eine Fälschung aus dem 19 Jahrhundert. Inhaltlich bezieht es sich auf das Clavicula Salamonis.

 

De pseudomonarchia daemonum von Johan Weyer ist ein Grimorium welches ebenfalls dem 16 Jahrhundert entstammt und die klassischen 72 Dämonen der Ars Goetia beschrieben hat.

 

Discovery of witchcraft von Reginald Scott ist das einzige Grimorium welches nicht die Ritualmagie, sondern die traditionelle Hexerei zu Gründe hat, und zu dem zur Zeit der Inquisition sich offen gegen die Hexenverfolgung ausspricht. Insbesondere interessant sit der anonyme Anhang, welcher erst im 17 Jahrhundert zu diesem Buch dazukam.

 

Grimoire du pape Honorius erschien im frühen 17 Jahrhundert und wurde fälschlicherweise dem Papst Honorius dem Dritten zugeschrieben. Inhaltlich hat es sich mit Geisterbeschwörungen und Invokationen von Dämonen beschäftigt, wie in anderen aus kirchlichen Quellen stammenden Grimorien auch, wechseln sich hier Anrufungen von Dämonen mit christlichen Gebeten ab.

 

Das berühmteste Grimorium Lemegeton bzw. Lemegeton Clavicula Salomonis erschien angeblich um das Jahr 1666 herum. Wie die anderen Grimorien aus dieser Zeit beschäftigt es sich mit Dämonenbeschwörungen – mit einem streng kathloischen Hintergrund. Die in Lemegeton beschriene Form der Ritualmagie hatte Einfluss auf die magischen Traditionen und Praktiken des 18, 19 und sogar des 20 Jahrhunderts und erlebt auch im 21 Jahrhundert eine Wiedergeburt.

 

Zu den bekannten modernen Dämonologen zählen Aaron Leitch, Frater Chassan und Jack Stratton Kent.

 

Nun zu den hermetischen Grimorien. Diese beschreiben keine Dämonenanrufungen, vielmehr sind sie als Theorie-Bücher der hermetischen Magietradition zu sehen.

 

Dazu zählen Hygromantia Salomonis (Alter und Verfasser unbekannt, die Schrift ist zum Teil in Griechisch, zum Teil auf Latein verfasst), das Grimoire Armadel[, welches angeblich aus dem Jahr 1202 stammt, sich aber auf das viel später geschriebene Grimorium Verum bezieht, das Buch Abramelin aus dem 14 oder 15 Jahrhundert.

 

Im 16 Jahrhundert kamen De Occulta Philosphia von Agrippa Nettersheim und Arbatel de Magia Verum und das Heptameron dazu. Insbesondere wichtig ist der vierte Teil der De Occulta Philosphia, welches aber nicht aus der Feder vom Agrippa, sondern vom einen unbekannten Autor stammt, und sich mit einigen Methoden der angewandten Zauberei beschäftigt.

 

Das sogenannte Voynich Manuscript ist den Bildern nach ebenfalls ein Grimorium und stammt wohl ebenfalls aus dem 15-16 Jahrhundert, nur wurde es in einer Geheimschrift verfasst, die schon seit fast einem Jahrhundert ein Rätsel darstellt und von niemandem geknackt werden kann.

 

Das älteste und für mich persönlich wichtigste Grimorium stammt jedoch aus einer Zeit weit vor dem Mittelalter. Papyri Graecae magicae, eine Ansammlung von Schriften aus der Zeit der Spätantike wurde in der Zeit zwischen 150 v. Chr. bis 500 n. verfasst, und gibt einiges an Informationen wieder, welche in den mittelalterlichen Schriften nicht übermittelt wurden.

 

Ein wahrhaftiges modernes Grimorium wurde im Jahr 1992 geschrieben, der Name des Buchs ist Azoetia, der Author hiess Chumbley. Aufgrund der Schreibweise des Authors ist dieses Buch kaum einfacher zu verstehen, als die Originalwerke aus dem 14-17 Jahrhundert. Sollte jemand die Möglichkeit haben, dieses Werk zu kaufen (es ist nicht gerade günstig), ist es auf jedem Fall lesenswert.

Buchempfehlungen

 

Owen Davies (2009). Grimoires: A History of Magic Books.

Aaron Leitch Secrets of the Magickal Grimoires: The Classical Texts of Magick Deciphered

Jake Stratton Kent, Geosophia 1-3

 

 

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